Workshop · frei verfügbar
Die Erkundungsarbeit
Ein vollständiger Workshop in sechs Doppelstunden: vom ersten „Was ist das überhaupt?“ bis zum abgezeichneten eigenen Thema. Mit allen Präsentationen, Materialien, Lösungen und drei Musterarbeiten – zum Herunterladen und Anpassen.
Worum es geht
Zwanzig Prozent der Note – und die einzige Arbeit, die ganz allein gehört.
Die Erkundungsarbeit ist die schriftliche Eigenleistung im Mathematikkurs: eine Untersuchung zu einer selbst gewählten Frage, zwölf bis zwanzig Seiten, bewertet von der Lehrkraft und extern moderiert. Sie ist für Standard Level und Higher Level verpflichtend. Wer keine einreicht, bekommt im Fach Mathematik keine Note.
Das macht sie zur Stelle im Kurs mit dem größten Abstand zwischen Anspruch und Anleitung. Gerechnet wird den ganzen Kurs über; eine eigene mathematische Frage zu stellen, übt man nie. Genau diese Lücke schließt der Workshop.
Die fünf Kriterien
APräsentation
4 Punkte
Stimmig, gut gegliedert, prägnant – es geht um den Gedankengang, nicht um Schriftart und Seitenränder.
BMathematische Kommunikation
4 Punkte
Richtige Notation, definierte Variablen, mehrere Darstellungsformen, logischer Aufbau.
CPersönlicher Einsatz
3 Punkte
Kein Maß für Anstrengung, sondern für eigenständiges Denken – eigene Wege, eigene Vorhersagen.
DReflexion
3 Punkte
Drei Ebenen: Was ist. Warum es so ist. Was daraus folgt und wie es weiterginge.
ENutzung der Mathematik
6 Punkte
Das schwerste Kriterium – und das einzige, das für Standard und Higher Level verschieden formuliert ist.
Zusammen20 Punkte
A bis D sind für beide Niveaus wortgleich. Nur Kriterium E ist unterschiedlich formuliert – für die gemischte Lerngruppe ein nützlicher Anker.
Der Aufbau
Sechs Doppelstunden.
Zwei Stränge laufen nebeneinander her und treffen sich am Ende. Der eine ist das Handwerk: Was ist das überhaupt, wie sieht so eine Arbeit aus, wie wird sie bewertet. Der andere ist das eigene Thema: erst breit sammeln, dann filtern, dann zuspitzen, dann festlegen.
1
Was eine Erkundungsarbeit ist – und was nicht
Zwölf Kärtchen werden auf drei Stapel sortiert: Erkundung, keine Erkundung, kommt darauf an. Daraus entstehen die drei Merkmale, an denen man eine Erkundungsarbeit erkennt.
Am Ende liegt vor
Interessenblatt mit zehn Feldern
2
Kriterium A und B: Wie eine mathematische Arbeit aussieht
Acht Ausschnitte aus erfundenen Arbeiten, jeder mit einem eingebauten Fehler. Die Lerngruppe findet den verletzten Deskriptor und schreibt die Stelle um.
Am Ende liegt vor
Drei Themenfelder mit Mathematikbezug
3
Kriterium C, D und E: Was eine gute Arbeit ausmacht
Vierzehn Sätze werden auf eine Matrix gelegt – welches Kriterium, welche Ebene. Danach trennen sich Standard und Higher Level und vergleichen ihre Fassung von Kriterium E.
Am Ende liegt vor
Niveaucheck: Welche Mathematik trägt ein Thema?
4
Themenwerkstatt: Von der Neugier zur Frage
Der Trichter in vier Stufen – Interessenfeld, Phänomen, Frage, Mathematik. In der Fragenschmiede prüfen drei Personen reihum eine Frage und schlagen genau eine Änderung vor.
Am Ende liegt vor
Eine vorläufige Fragestellung in einem Satz
5
Bewerten lernen I: Eine ganze Arbeit beurteilen
Zum ersten Mal wird eine vollständige Musterarbeit gelesen und mit dem Bewertungsbogen beurteilt. Strittige Ebenen kommen in die abschließende Konferenz.
Am Ende liegt vor
Ausgefüllter Bewertungsbogen
6
Bewerten lernen II und Festlegung
Gruppenpuzzle: Fünf Expertengruppen für fünf Kriterien, danach Mischgruppen, in denen jede Person ihr Kriterium vertritt. Am Ende steht das eigene Thema fest.
Am Ende liegt vor
Abgezeichnetes Formular zur Themenfestlegung
Warum diese Reihenfolge
Die Kriterien kommen früh. Das Thema kommt zuletzt.
Wer die Bewertungskriterien erst am Ende hört, schreibt an ihnen vorbei. Deshalb kommen sie in drei Portionen – aber nie als Vortrag, sondern mit sofortiger Anwendung.
Umgekehrt steht die Themenfestlegung bewusst am Schluss. Ein Thema, das vor der Kenntnis des schwersten Kriteriums gewählt wurde, trägt in der Hälfte der Fälle zu wenig Mathematik.
Woran sich der Workshop messen lässt
- 1
Jede und jeder kann in zwei Sätzen sagen, was eine Erkundungsarbeit ist – und wodurch sie sich von einem Referat, einer Facharbeit und einer Zusammenfassung unterscheidet.
- 2
Die fünf Bewertungskriterien sind bekannt und mindestens dreimal selbst angewendet worden.
- 3
Die Formalia sitzen: Umfang, Deckblatt, Notation, Quellen, Abgaberegeln, akademische Redlichkeit.
- 4
Jede und jeder hat eine eigene, abgezeichnete Fragestellung mit einer Notiz, welche Mathematik dafür gebraucht wird.
Der Kern
Bewerten lernen, indem man selbst bewertet.
Die beiden letzten Doppelstunden sind der eigentliche Lernkern. Die Lerngruppe beurteilt drei vollständige Arbeiten mit demselben Bogen, mit dem später die eigene beurteilt wird. Wer eine fremde Arbeit an den Deskriptoren gemessen hat, liest die eigene anders.
Erst das Gegenbeispiel
Muster A ist bewusst schwach: eine rein beschreibende Arbeit ohne eigene Frage. An ihr wird am schnellsten sichtbar, was fehlt.
Dann die solide Arbeit
Muster B steht für den Normalfall – eine saubere Modellierung mit eigenen Messwerten, an der sich jede Ebene durchbuchstabieren lässt.
Zuletzt das Gruppenpuzzle
Fünf Expertengruppen, je ein Kriterium. Danach Mischgruppen, in denen jede Person die einzige für ihr Kriterium ist.
Unterlagen
Alles zum Herunterladen.
Frei verwendbar für den eigenen Unterricht. Jede Datei gibt es als PDF zum Ausdrucken und als bearbeitbare Fassung – denn kein Plan passt ohne Änderung auf eine fremde Lerngruppe.
Der vollständige Workshop
Alle Unterlagen in einem Paket: Ablaufplan, Material, Lösungen, sechs Präsentationen samt Lesefassungen und die drei Musterarbeiten.
Zum Planen
Der Ablaufplan ist die Datei, mit der man anfängt: Minutenraster für alle sechs Doppelstunden, Tafelbilder, Stolpersteine und was vorher kopiert sein muss.
Ablaufplan
Sechs Doppelstunden im Minutenraster, dazu die verbindlichen Vorgaben auf zwei Seiten zusammengezogen.
Lösungen und Erwartungen
Erwartungshorizonte zu allen Aufgaben, Musterbewertungen der drei Arbeiten und ein Rückmeldebogen zur Entwurfsfassung.
Für die Lernenden
Fünfzehn Materialien, von der Übersicht auf einer Seite bis zur Checkliste vor der Abgabe. Alles zum Kopieren vorbereitet.
Material M 1 bis M 15
Kartensätze, Interessenblatt, Trichterblatt, Bewertungsbogen, Themenkatalog, Zeitschiene und Abgabecheckliste.
Formular zur Themenfestlegung
Das Blatt, das am Ende abgegeben wird – als Einzelseite, damit nicht das ganze Heft gedruckt werden muss.
Die sechs Doppelstunden
Zu jeder Doppelstunde eine Präsentation und eine Lesefassung – die Lesefassung enthält jede Folie als Text, dazu die Hinweise, die sonst in den Notizen stehen. Wer ohne Beamer arbeitet, braucht nur sie.
Doppelstunde 1
Doppelstunde 2
Doppelstunde 3
Doppelstunde 4
Doppelstunde 5
Doppelstunde 6
Die drei Musterarbeiten
Vollständige Arbeiten in gekürzter Fassung. Sie sind erfunden, nicht von Lernenden – damit sie genau die Eigenschaften zeigen, um die es in den Doppelstunden 5 und 6 geht.
Muster A · Der Goldene Schnittbewusst schwach
Eine rein beschreibende Arbeit ohne eigene Frage – genau der Fall, den die Vorgaben ausdrücklich ausschließen. Sie zeigt, wie eine Arbeit aussieht, die durch eine gute Lexikonseite ersetzbar wäre.
Muster B · Wie schnell kühlt mein Kaffee ab?Standard Level
Eine Modellierung mit eigenen Messwerten: exponentielles Abkühlen, geprüft an der Wirklichkeit, mit einer begründeten Aussage darüber, wo das Modell versagt.
Muster C · Der schnellste Weg zum BusHigher Level
Eine Optimierungsaufgabe aus dem Schulalltag, die unterwegs auf das Brechungsgesetz stößt – mit der Stringenz, die im Higher Level für die obersten Ebenen verlangt wird.
Zur Verwendung
Die Unterlagen stammen aus dem eigenen Unterricht und dürfen für den eigenen Unterricht frei verwendet und verändert werden. Die Gruppeneinteilungen auf den Folien tragen Platzhalter – „Name 1“ bis „Name 11“ –, die vor dem ersten Einsatz durch die eigenen Namen ersetzt werden. Die Nummern sind nicht beliebig: Die Paare bleiben über alle sechs Doppelstunden fest, und die Gruppen sind jedes Mal so gemischt, dass niemand mit dem eigenen Partner sitzt.
Alle Angaben zu Vorgaben, Kriterien und Fristen beziehen sich auf das Fachhandbuch in der deutschen Fassung für Prüfungen ab 2021 sowie auf die zugehörigen Lehrerhandreichungen. Maßgeblich sind immer diese Originaldokumente in der jeweils gültigen Fassung.
Dieses Werk wurde unabhängig entwickelt und steht in keiner offiziellen Verbindung zur International Baccalaureate Organization. Es wurde von dieser weder geprüft, genehmigt noch empfohlen. International Baccalaureate und IB sind Marken der International Baccalaureate Organization.